Erstes Positionspapier zum Bologna-Prozess

Position der Humboldt-Gesellschaft zur Schaffung eines Europäischen Hochschulraums gemäß der Bologna-Vereinbarung

Präambel

Universitäres Selbstverständnis

Gemäß dem seit 200 Jahren akzeptierten Humboldt’schen Bildungsideal ist die Universität ein Ort, an dem sich Individuen, Staatsbürger und Weltbürger eigenständig herausbilden. Sie ist gleichzeitig ein Ort des andauernden öffentlichen Austausches aller am Wissenschaftsprozess Beteiligten und ein Ort, an dem eine Integration des Wissens und der Erkenntnis in einem ständigen, disziplin-übergreifenden Erkenntnisaustausch ermöglicht wird.

Die Universität muss daher eine autonome und gleichzeitig kooperative Institution sein, an der akademische Freiheit herrscht und zwar sowohl gegenüber staatlichen Eingriffen als auch gegenüber ungerechtfertigten Beschränkungen der Studierenden in ihrer Studienwahl, Studienorganisation und Mobilität.

Daher besteht die Aufgabe der Universität in der Generierung von Erkenntnis und in der Vermittlung von Bildung, die sie je nach konkretem Studienfach an die Grundlagen für eine berufsspezifische Ausbildung koppelt oder mit dieser abschließt. Sie unterscheidet sich somit von Einrichtungen, die ausschließlich berufsqualifizierende Ziele verfolgen, wenn sie auch mit diesen in einem bewährten Gleichgewicht steht.

Europäischer Hochschulraum

In diesem Geiste begrüßt die Humboldt-Gesellschaft grundsätzlich das Ziel der Schaffung eines Europäischen Hochschulraums, in dem akademische Grade und Qualitätsstandards miteinander besser vergleichbar und untereinander kompatibler werden (Bologna- Declaration, 1999).

Sie unterstreicht jedoch mit Nachdruck, dass die sich daraus ergebende, notwendige gegenseitige Anerkennung akademischer Grade und Studienzeiten mit dem erforderlichen Respekt gegenüber der kulturellen Reichhaltigkeit erfolgen muss (Lisbon Recognition Convention, 1997). Differenzen gegenüber jeweils andersartigen Studienorganisationen müssen als Bereicherung und dürfen nicht als hinderlicher Mangel bewertet werden.

Es darf jedoch keinesfalls eine Gleichmacherei der Studiengänge, sondern es muss die Sicherung eines vergleichbaren Niveaus angestrebt werden, weil sonst das Ziel der Schaffung eines Europäischen Hochschulraums vereitelt würde, nämlich die „Stärkung unseres reichhaltigen und vielfältigen europäischen kulturellen Erbes“, das auf „institutioneller Autonomie, akademischer Freiheit, Chancengleichheit und demokratischen Prinzipien …“ beruht (London Communiqué, 2007).

Dabei muss die Freiheit, die dem Bologna-Prozess insofern eigen ist, als diese auf einer Regierungsübereinkunft ohne rechtserhebliche Verpflichtungen für die Signatarstaaten beruht, in kooperativem und partnerschaftlichem Geist zur Stärkung des jeweiligen kulturellen Erbes eingesetzt werden und darf keinesfalls eine strangulierende Gleichmacherei erzwingen.

Das hierfür geschaffene grundlegende Rahmenwerk der Bologna-Declaration könnte dafür bei wohl überlegter und gut vorbereiteter Umsetzung eine geeignete Basis sein. Allerdings bieten sowohl die derzeitige Lage der Universitäten als auch die aktuelle Studiensituation dafür kaum eine Grundlage. Diese wieder herzustellen, verlangt jedoch eine schonungslose Analyse und ein Aufzeigen neuer und tragfähiger Wege.

I.
Aktuelle universitäre Lage

Die in Vernachlässigung vertrauensvollen Zusammenwirkens zwischen Bildungspolitik und Universitäten erzwungene Verschulung akademischer Studiengänge steht in fundamentalem Gegensatz zum Humboldt’schen Bildungsideal. Sie steht überdies in krassem Widerspruch zu den Intentionen der Lisbon Recognition Convention (1997) und dem London Communiqué (2007) der Bildungsminister, wie schon aus den folgenden Gegebenheiten leicht zu ersehen ist:

  1. Einseitig ökonomische Orientierung
    1. Die europäische Hochschullandschaft in ihren unterschiedlichen zentraleuropäischen und angelsächsischen Varianten ist über Jahrhunderte gewachsen. Hierdurch ist sie in bewährter Weise inhaltlich ausgewogen und international verflochten.
    2. Im „Bologna-Reader“ (2004) der deutschen Hochschulrektorenkonferenz sind an keiner Stelle Bildung, Erkenntnisvertiefung, Eliteförderung oder gar Förderung der Selbständigkeit des Denkens thematisiert und finden auch in anderen deutschsprachigen Ländern nicht den ihnen gebührenden Platz. Vielmehr steht eine ausschließlich ökonomische Orientierung der Universitäten im Vordergrund, die an zwei vordergründigen Zielsetzungen leicht erkennbar wird: (1) Das Anstreben einer kostenorientierten Effizienzsteigerung durch die universitäts-tragenden Länder und (2) die Verkürzung der Ausbildungsinhalte und Ausbildungszeiten zur kurzfristigen Bereitstellung eines akademischen Potentials für die Wirtschaft, dargestellt in der Argumentation mit Schlagworten wie „Wettbewerbsfähigkeit“, „Rekrutierungsverfahren“, „Europaweite Rekrutierung von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern“, „Marketing-Strategien“, „Management der Hochschulen“, „Schaffung eines wissensbasierten Wirtschaftsraums“, „Qualitätssicherung“, „Effizienz“, „Synergien“, „passgenaue Konzeption des Studiums“, u.dgl.m..
    3. Eine vorwiegend an angelsächsischer Hochschultradition orientierte und mit einer rigiden formalen Anlage verschärfte Studienorganisation, die zu Bachelor- und Masterabschlüssen mit fast ausschließlicher Orientierung auf Berufsqualifizierung führt, mag für Fachhochschulen günstig sein. Für unsere bewährte „universitas“ ist sie aber nur eingeschränkt (z.B. für einzelne Fachrichtungen) geeignet, insbesondere wenn auf Persönlichkeitsbildung hin orientierte kontinentaleuropäische Traditionen verdrängt werden und dabei Wohlgefügtes zerrissen und vermeintlich Neues (oft willkürlich neu und ohne sinnstiftenden Zusammenhang) aneinander gereiht werden.
  2. Fehlentwicklungen und handwerkliche Fehler bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses

    Abgesehen von den grundsätzlichen Problemen haben sich bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses schwerwiegende handwerkliche Fehler und Fehlentwicklungen ergeben:

    1. Die Einführung dieser Reform ist ohne ausreichende und die Folgen bedenkende Planung oder prüfende Vorarbeiten erfolgt. Verordnungen und Beschlüsse sind unbedacht, übereilt und kurzfristig auf den Weg gebracht worden.
    2. Die bei allen großen Projekten erforderliche, ausreichend lange Planungszeit wurde vernachlässigt oder dazu verbraucht, um allzu oft ohne Anhörung und Abstimmung mit den Betroffenen Fakten zu schaffen und (wenig durchdachte) Intentionen unumkehrbar zu implementieren, obwohl dazu weder allgemein akzeptierte Konzepte noch praktische Modell-Erfahrungen vorlagen.
    3. Diese Vorgehensweise erzwang von den Universitäten einen mehrjährigen Aufwand zur Erarbeitung von jeweils eigenständigen, zwischen den Universitäten nicht abgestimmten und allzu oft fachlich, pädagogisch und studienorganisatorisch nur ungenügend durchdachten Modulen und Studienplänen. Dies führte dazu, dass letztlich Kapazität für die wissenschaftliche Forschung und eine Verbesserung der Lehre verloren ging.
    4. Durch die universitätsbezogene Konzeption von Modulen und Studienplänen ist ein Kernstück des Bologna-Prozesses, der Wechsel des Studienortes nicht nur zu ausländischen Universitäten, sondern sogar innerhalb der deutschen Universitäten und in höchst widersinniger Weise sogar innerhalb derselben Stadt (z.B. Berlin oder München), nahezu unmöglich geworden. Dies zieht bei vielen Studiengängen zumindest eine Verlängerung der Studienzeit nach sich.
    5. Das europäische System der Studienzeitbelastung (ECTS) hat sich aufgrund von Konzeptionsmängeln (unklarer Bezug auf Lehraufwand, Lehrform, usw.) weder als realisierbar noch als praktikabel erwiesen, insbesondere weil es durch seine unterschiedliche, intransparente Interpretation und Auslegung in den einzelnen Universitäten statt zu einem einigenden Rahmenwerk zu einem trennenden Hindernis geführt hat.
    6. Bei Universitäten mit bereits voreilig festgeschriebener Beschränkung der Dauer eines Bachelor-Studienganges auf 6 Semester erbrachte dies unnötig so schlechte Ergebnisse und Studienabbrüche, dass bereits erwogen wird, die Studiendauer auf 8 Semester zu verlängern. Zudem erwiesen sich einzelne Studiengänge (wie z.B. die Fachdisziplinen Jura und Medizin) für ein Bachelor- und Mastersystem als völlig ungeeignet.
    7. Durch die aktuelle Realisierung des Bologna-Prozesses werden Universitäten verschult und zu Fachhochschulen nivelliert.
    8. Die berufsbezogene Qualifizierung durch den Bachelor-Abschluss ist in den meisten Berufszweigen noch ungeklärt , führt deshalb kaum zu einem ersichtlichen Berufsziel und gefährdet – insbesondere, wenn sich daran kein adäquater Anschluss zu einem Master- Studium findet (wie z.B. im Lehramtsstudium oder in der juristischen Ausbildung) – die Arbeitsfähigkeit und die Berufsfindung der künftigen Generation.
      Der Bachelor-Abschluss in seiner derzeitigen Form ist deshalb nicht nachhaltig und qualifiziert lediglich für einen „Job“. Gerade das entspricht nicht einer Weiterentwicklung des Humboldt’schen Bildungsprinzips.
  3. Grundlegende, von der Studienorganisation unabhängige Defizite der letzten Jahrzehnte, insbesondere aus der Perspektive in Deutschland

    Die aktuellen Probleme im deutschen Hochschulwesen widerspiegeln im Zusammenhang mit der Durchführung des Bologna-Prozesses zu einem erheblichen Teil nur Defizite und Widersprüche, die sich aus den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte aufgestaut haben und ohne deren Lösung eine erfolgreiche Weiterentwicklung jeder Studienkonzeption scheitern muss:

    1. In den letzten Jahrzehnten wurden sowohl die Bildungsaufwendungen pro Student als auch die Anzahl der Professorinnen und Professoren sowie, daraus resultierend, das Betreuungsverhältnis in unverantwortlicher Weise verschlechtert. Zusätzlich wurde die räumliche, technische und übrige personelle Ausstattung sträflich vernachlässigt. Z.B. wurden in den Jahren 1975 bis 1993 die Ausgaben pro Student – inflationsbereinigt – von 1 DM auf 38 Pfennig reduziert. In dieser Zeit wurden 1500 Professorenstellen gestrichen. Es gibt heute in Deutschland weniger Professorinnen und Professoren als 1975, aber die dreifache Studierendenzahl! Gegen diese von Jahr zu Jahr zunehmende defizitäre Entwicklung im Bereich der Universitäten haben die Rektorenkonferenzen bereits seit 1975 vehement und immer wieder neu Stellung bezogen.
    2. Eine weitere Problematik besteht darin, dass die aktuelle Zulassungskultur nur auf formale Voraussetzungen, aber nicht mehr auf nachhaltige Studienkompetenz ausgerichtet ist.
    3. Über die Voraussetzungen zur Zulassung zum Studium und die notwendige Allgemeine Bildung besteht kein Konsens mehr. Dies hat beispielsweise zur Folge, dass die Zulassungsverfahren generell divergieren. Dies führt zu vielfältigen Verwerfungen, die sich in besonders krasser Weise z.B. in der Zulassung zum Medizinstudium zeigen. Wegen des Numerus Clausus warten zur Zeit, teilweise seit Jahren, nach Schätzungsangaben 60.000 Abiturienten auf ihre Zulassung zum Studium in einem gewünschten Fachgebiet. Eine derartige Verschleuderung unseres kostbarsten Gutes, der akademischen Jugend und des akademischen Nachwuchses, ist verantwortungslos und nicht hinnehmbar. Wenn zur Zeit allein etwa 6.000 Abiturienten versuchen, auf dem Klageweg ihr Medizinstudium zu beginnen – bei dem gleichzeitig vorhandenen enormen Ärztemangel bereits jetzt –, ist dies eine Ungeheuerlichkeit.

II.
Vorschläge der Humboldt-Gesellschaft

In großer Sorge um unser höchstes Gut, bestens akademisch gebildete Beschäftigte (z.B. Lehrkräfte, Wissenschaftler, Ärzte, Forscher) zu sichern, schlägt die Humboldt-Gesellschaft in Übereinstimmung mit vielen anderen gesellschaftlichen Kräften, auch unabhängig vom Bologna-Prozess, vor:

  1. Kooperative Autonomie der Universitäten.
  2. Revision der Zulassungsbedingungen für Studienanfängerinnen und -anfänger sowie Studierende, die eine sinnvolle, deren Intentionen und die Eignung berücksichtigende Zulassung in Verantwortung und Freiheit der betroffenen Universitäten ermöglicht. Dies sollte in Verbindung mit der Einführung eines fachbezogenen Assessments, das eine rechtzeitige Studienorientierung und Studieneignungsfeststellung ermöglicht, stattfinden.
  3. Klar formulierte Studieninhalte in jedem Studiengang, einheitlich innerhalb eines Rahmenkataloges. Der jeweilige Fachvertreter sollte bei einem Universitätswechsel der Studierenden selbständig entscheiden, welche Studienleistungen anerkannt werden. Zusätzliche Leistungen können individuell abgesprochen werden, und eine erfolgreiche Durchführung eines praktischen Jahres sollte Studienbewerberinnen und Studienbewerbern mit einem Bonus honoriert werden.
  4. Realisierung der in der Bologna-Übereinkunft vereinbarten Pflicht der Universitäten zur Aufnahme von Wechselstudierenden – und das auch europaweit sowie international –, um wirkliche Freiheit zu gewähren, Universitäten, akademische Lehrkräfte und Lehrinhalte nach eigenen Vorstellungen kennen zu lernen.
  5. Rechtzeitige Exmatrikulation von Studierenden mit ungenügenden Leistungsnachweisen gemäß Prüfungsordnungen europaweit. Hierdurch reduziert sich einerseits die Zahl der Studierenden um die Anzahl der wirklich ungeeigneten, die nur Studienplätze blockieren, und es verhindert andererseits das Bummelanten-Studium.
    Gewährleistung der gegenseitigen Anerkennung der Prüfungsordnungen.
  6. Elite-Förderung (Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs) in jedem Fachbereich unter Nutzung aller erdenklichen Möglichkeiten im In- und Ausland.
  7. Sicherstellung geeigneter und nachhaltiger finanzieller Voraussetzungen für eine exzellente Forschung und Lehre unter Berücksichtigung der Eigenheiten der einzelnen Fächer.
  8. Die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung darf durch die Einwerbung von Drittmitteln nicht beeinträchtigt werden.
  9. Wiederherstellung eines sinnvollen und eine erfolgreiche Ausbildung gewährleistenden Betreuungsverhältnisses (Anzahl der Lehrenden, insbesondere der Professorinnen und Professoren, zur Anzahl der Studierenden).
  10. Personelle Wiederherstellung des zur nachhaltigen Gewährleistung der Kontinuität von Forschung und Lehre erforderlichen längerfristig beschäftigten Mittelbaus als tragende akademische Säule.
  11. Kontinuierliche Instandsetzung, Modernisierung und Ausbau der räumlichen, apparativen und technischen Ausstattung der Universitäten.
  12. Aufwertung der Fachhochschulen und Berufsakademien durch die Einführung eines effizienten Bachelor- und Masterabschlusses. Den Absolventen ist auch die Möglichkeit zur Promotion an einem sachverwandten, universitären Fachbereich zu geben.

Mannheim, den 20. Februar 2009

Im Auftrag des Präsidiums und des Akademischen Rates der Humboldt-Gesellschaft:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. oec. Dagmar Hülsenberg, Ilmenau
Dr. med. Erich Bammel, Essen
Univ.-Prof. Dr. phil. Kurt Heller, München
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Erwin Kuntz, Wetzlar
Univ.-Prof. Dr. phil. Peter Nenniger, Landau

Zweites Positionspapier der Humboldt-Gesellschaft zur Bologna-Vereinbarung

Im Februar 2009 hatte die Humboldt-Gesellschaft ein Erstes Positionspapier zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes gemäß der Bologna-Vereinbarung veröffentlicht.
Auf Grund vieler negativer Erfahrungen nach nunmehr 10 Jahren fühlt sich die Humboldt-Gesellschaft verpflichtet, erneut zur Umsetzung dieser bildungspolitischen Vereinbarung Stellung zu nehmen. Das Zweite Positionspapier beinhaltet:

  1. Historische Entwicklungen bis zur Bologna-Vereinbarung
  2. Der Bologna-Prozess – eine Reform, ein Experiment?
  3. Vorschläge der Humboldt-Gesellschaft für das Hochschulsystem

Die Humboldt’schen Bildungsprinzipien

Es war das Erziehungs- und Bildungsideal Wilhelm von Humboldts für die Schule, dass der Schulunterricht allgemeine Menschenbildung vermitteln solle. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um Bildung und Entwicklung der intellektuellen, ästhetischen und moralischen Kräfte. Die spezielle Berufsausbildung sollte erst danach erfolgen.

Das Studium an einer Universität hat die Aufgabe, die Einheit der Wissenschaft zu begreifen und wahre Bildung durch innere, produktive Tätigkeit hervorzubringen. Der Student sei angehalten, sich auch in andere Wissenschaftsgebiete einzuarbeiten, die für seine individuelle Bildung erforderlich sind. Dabei soll der Unterricht nicht nur in die Tiefe eines Fachgebietes eindringen, sondern auch bereits in die praktische Anwendung des Erlernten einführen. Am 1. Dezember 1809 schickte Wilhelm von Humboldt seinen „Bericht der Sektion des Kultus und des Unterrichts“ an den König. Die von Humboldt 1810 gegründete Universität in Berlin sollte seine Prinzipien realisieren. [18]

Diese Grundsätze universitärer Bildung, wie sie auch von dem Gründer der Universität Dublin, J. H. Newman, Mitte des 19. Jahrhunderts übernommen wurden [11], galten als Grundsätze von Universitäten in Europa, Asien und Amerika.

Die Humboldt’schen Prinzipien des universitären Bildungssystems sind bis heute von aktueller Bedeutung und stellen nach wie vor eine Anleitung zum Handeln dar.

I.
Historische Entwicklungen bis zur Bologna-Vereinbarung

Die 1810 mit der Gründung der Humboldt-Universität in Berlin eingeleitete neue Epoche der Universitätsstruktur und -aufgabe wurde hundert Jahre später in ihrer Weiterentwicklung abrupt durch den 1. Weltkrieg (1914-1918) und die Nachkriegszeit (1918-1933) mit extremer wirtschaftlicher Notlage des Staates und weltweiter ruinöser Inflation behindert.

Die nachfolgende Zeit des Nationalsozialismus begünstigte zwar scheinbar die Universitäten, jedoch nach vorgegebenen Zielen und unter Aufhebung jeglicher Autonomie-Strukturen. Nur „völkische“ Interessen wurden gefördert! Die Humboldt’schen Prinzipien des universitären Studiums hatten bei dieser staatlichen Zielsetzung keine Existenzchance.

Nach dem 2. Weltkrieg (1939-1945) waren in Deutschland die meisten Universitätsgebäude beschädigt oder zerstört. Das wissenschaftliche Personal war meist nicht mehr vorhanden. Bereits mit dem Wintersemester 1945/1946 erlaubten die jeweiligen Besatzungsmächte in ihren Zonen die Wiedereröffnung einiger Universitäten mit eingeschränktem Lehrbetrieb. Den Studenten wurde sogar ein Studium Generale mit Vorlesungen in Philosophie, Theologie, Germanistik, Latein usw. angeraten.

Mit der Währungsreform und dem in den alten Bundesländern einsetzenden „Wirtschaftswunder“ sowie der Übergabe der Universitäten in die jeweilige Bundeslandhoheit erfolgten hier endlich wieder Aufbau- und Neubaumaßnahmen. Die wirtschaftliche Lage des akademischen Nachwuchses blieb jedoch schlecht, z.B. unbezahlte Tätigkeiten mit jährlicher Kündigung sogar dieser Beschäftigungsverhältnisse. Seit Ende der 50er Jahre schien es aufwärts zu gehen. Die unbezahlte Tätigkeit von Akademikern wurde allmählich beendet, neue Planstellen entstanden. Forschung und Lehre schienen gesichert.

Für viele unerwartet, überzogen jedoch 1968 in den alten Bundesländern Studenten-Demonstrationen die Universitäten. Die sich gerade erholenden Universitäten wurden nachhaltig politisiert, ideologisiert und auch – das Gegenteil von dem, was viele Studenten beabsichtigt hatten – reglementiert mit allen negativen Folgen.

Doch bald trat in den alten Bundesländern ein weiteres Problem auf: Die Anzahl der Studenten stieg stetig an. Wie sollten die Bundesländer dies finanziell verkraften? Als Folge setzte seit 1975 ein rigoroser Abbau von Lehrpersonal ein. Fast der gesamte akademische Mittelbau, somit auch die Basis für exzellente Lehre und Spitzenforschung, wurde gestrichen. Aus Kapazitätsgründen wurde die Zulassung zu bestimmten Studiengängen zunehmend begrenzt. Nun mussten Studienbewerber für Numerus-clausus-Fächer mit einer Abiturnote schlechter als etwa 1,6 in der „Warteschleife“ ein bis mehrere Semester auf einen Studienplatz hoffen oder auf dem Klageweg ihr „Zulassungsglück“ versuchen.

Versäumnisse und Fehler, die der Bologna-Prozess nicht beseitigen kann

Es ist eine Lehre der Geschichte, dass die Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit spätestens die nachfolgende Generation einholen und von ihr die Begleichung einfordern.

Das allgemeinbildende Schulsystem ist zunehmend nicht mehr in der Lage, die Studierfähigkeit zu garantieren.

Die universitäre Situation stellte sich Ende der 90er Jahre wie folgt dar:

Die Situation vieler Staaten war gekennzeichnet von

Die Wirtschaft stand unter dem doppelten Zwang der Expansion und Globalisierung. Neben dem heftig beklagten (jedoch selbst verschuldeten!) Facharbeitermangel wurden nun zunehmend auch mehr Akademiker benötigt; letztere möglichst schnell verfügbar, zielgerichtet ausgebildet und nach wie vor auf dem gewohnt hohen akademischen Niveau. Denn: Universitäten waren bisher der Bildung vorbehalten, während die in der Neuzeit gegründeten Fachhochschulen und Berufsakademien der fachlichen Ausbildung dienten. So sollte das Reputationsmerkmal „Universität“ nun für ökonomisch orientierte Interessen (OECD, WTO) eingesetzt werden.

II.
Der Bologna-Prozess – eine Reform, ein Experiment?

Diese Auflistung der auch von der Humboldt-Gesellschaft beanstandeten Missstände löste Betroffenheit und Vorwürfe an Parteien, Regierungen und Institutionen aus. Selbstkritisches Hinterfragen der entscheidenden Ursachen der Situation kam bei den Verantwortlichen jedoch selten in Betracht. Stattdessen traten „Reformer“ auf, die die Spitzen der Eisberge abbrechen, nicht aber die wirklichen Ursachen der Probleme beseitigen wollten.

Unter dem begrifflichen Schleier „Europäische Union“ und „Einheitlicher Europäischer Hochschulraum“ sollten nun durch die Bologna-Vereinbarung die folgenden drei Problemkreise mit einem großen Wurf bereinigt werden:

Fiskalisches Ziel:

Verkürzung der Studiendauer, Kostensenkung für Lehre und Forschung sowie Kompensation der fehlenden Grundausstattung durch Mittelbeschaffung aus Auftragsforschung.

Ökonomisches Ziel:

Schnellere „Produktion“ und gleichzeitig größere Anzahl von Akademikern; Ausbildung (nicht Bildung) für einen jeweiligen Berufszweig sowie Rationalisierung und Reglementierung der akademischen Ausbildung.

Strukturelles Ziel:

Überwindung des traditionellen Universitätssystems, politische und wirtschaftliche Einflussnahme auf Lehre und Forschung, Abschaffung des Magister- und Diplom-Abschlusses mit Ersatz durch Bachelor und Master.

Aber: Der amerikanische wie auch der englische BA/MA haben eine jeweils ganz unterschiedliche schulische Voraussetzung und sind miteinander nicht zwingend vergleichbar. In Europa interpretiert jedes Land den Bachelor und Master eigenständig. Daher gibt es die gegenseitigen Anerkennungsprobleme.

Aus dem zeitlichen Ablauf wird zudem folgendes deutlich:

Mit der Konferenz der Europäischen Bildungsminister am 19. Juni 1999 in Bologna setzte (in den einzelnen Ländern unterschiedlich) ein Prozess ein, der bald neue – und in dem Umfang wohl nicht erwartete – Fakten schuf, z.B.

In kritischen Stellungnahmen wurden seitdem ausführlich alle wesentlichen Bestandteile der Bologna-Vereinbarung angesprochen und ihre negativen Folgen, Unsinnigkeiten, Unrealisierbarkeiten, Ineffizienz und sogar rechtliche Bedenken aufgezeigt. [1-3, 5, 6, 9, 10, 12 – 17, 19]

Es waren schon immer Anpassungen an die Erfordernisse einer jeweiligen Epoche zwingend notwendig. Sie wurden vielfach auch realisiert, aber zerstörten nicht, was sich als sinnvoll erwiesen hatte. Und wie viel Bewährtes konnte man über Jahrzehnte in unserem Bildungssystem erhalten – in steter Anpassung an die Ist-Probleme! Ein solches Vorgehen wäre auch jetzt kostensparender und effizienter, vor allem auch weitsichtiger und nachhaltiger.

Es ist ein kardinaler Fehler der (deutschen Interpretation der) Bologna-Vereinbarung, alles „neu“ zu gestalten ohne angepasste Beibehaltung von Bewährtem (denn damit wird postuliert, dass alles Bisherige falsch sei) und dann auch noch ohne Pilotprojekte und Kontrollgruppen [19], ohne Planungssicherheit, vorangegangene Realisierbarkeitsprüfung, Testung der Auswirkungen, Durchrechnung des Aufwandes usw.

Als ein Ziel der Bologna-Vereinbarung ist eindeutig festgeschrieben: „... die uneingeschränkte Achtung der Vielfalt der Kulturen, der Sprachen, der nationalen Bildungssysteme und der Autonomie der Universitäten ...“. Diese Zielsetzung der Bologna-Vereinbarung unterstützt die Humboldt-Gesellschaft uneingeschränkt. Aber, warum zerschlägt man sein eigenes, auch international anerkanntes Bildungssystem mit seinen bewährten Graduierungen Magister, Diplom, Staatsexamen, Promotion und Habilitation?

Es ist weiterhin unerfindlich, warum die für die Umsetzung der Bologna-Vereinbarung Zuständigen aus dem Passus der Vereinbarung: „Förderung der europäischen Zusammenarbeit und der Qualitätssicherung“ eine im gesamten Text nirgends erwähnte Akkreditierungsbürokratie herausgelesen haben. Die Akkreditierungsagenturen sind überflüssig; die fachgebundenen Aufgaben gehören in die Verantwortung der Fakultäten! Dieses verwaltungsrechtlich nicht definierte, bürokratische Monster belastet die Hochschulhaushalte mit mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr. Es ist ungeklärt, ob die – mittlerweile in Deutschland existierende – Akkreditierungspflicht überhaupt mit Artikel 5, Abs. 3, sowie Artikel 20, Abs. 3, des Grundgesetzes vereinbar ist. [8] Das Akkreditierungssystem beruht lediglich auf

einem Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vom 6. Juli 1998 und den nachfolgenden Beschlüssen der Kultusministerkonferenz (KMK). Es wurde also vor der Unterzeichnung der Bologna-Vereinbarung ins Leben gerufen und ist keine Folge von ihr! Außerdem sind alle diese Beschlüsse Exekutivvereinbarungen, jedoch keine Rechtsnormen. [8]

Die Modularisierung der Studiengänge hat vielerorts zu einem Studienchaos geführt, da Vereinbarungen weder zwischen den Ländern noch den Universitäten bestanden. Die schon bisher geringe Mobilität der Studierenden sank weiter dramatisch ab. Wenn schon die föderalistische Bundesrepublik keine abgestimmte Modularisierung schaffte, wie soll dies gemeinsam mit den übrigen europäischen Staaten gelingen?

Ein europäisches System zur Festsetzung der Studienzeitbelastung (ECTS) hat sich in seiner jetzigen Form als nicht realisierbar erwiesen. Die angestrebte berufsbezogene Qualifizierung des Bachelor ist in diesem System nur sehr bedingt erreichbar.

Die Bologna-Vereinbarung ist aus rechtlicher Sicht eine „unverbindliche Absichtserklärung“ der beteiligten Regierungen – und nicht mehr! Durch die vorgenannten Probleme werden die in Abschnitt I formulierten, historisch gewachsenen Aufgaben nicht gelöst, sondern vielmehr verstärkt. Durch falsche Auslegung, Aktionismus, willkürliche und absurde Eingriffe in den Bildungsprozess ist die Bologna-Vereinbarung nun selbst zum Problem der schon genug vorhandenen Probleme geworden.

Fazit: Nach 10 Jahren muss man ernüchtert feststellen – und da helfen alle Beteuerungen von „handwerklichen Fehlern“, „Anlaufschwierigkeiten“, „erforderliche Nachbesserungen“ und „noch ungenügende Finanzmittel“ nichts [7]: Aus heutiger Sicht ist der Vollzug der Bologna-Vereinbarung (zumindest in der deutschen „Version“) praktisch gescheitert. Dies wird sowohl aus der Stellungnahme der von der Bundesregierung eingerichteten EFI (s. FAZ 25.02.10, S. 4) wie auch aus der Feststellung der Präsidentin der HRK ersichtlich, dass es ein „gutgemeinter Vorschlag“ war, ein „Werkzeugkasten“ (s. FAZ 19.03.10, S. 34). ● Eine „Reform der Reformen“ darf nicht erst an den ruinösen, hausgemachten Folgen der Bologna-Vereinbarung ansetzen, sondern das politische Handeln muss inhaltlich weit vor der Vereinbarung beginnen, um die jahrzehntelangen Versäumnisse und Fehler wirklich zu beseitigen!

III.
Vorschläge der Humboldt-Gesellschaft für das Hochschulsystem

In großer Sorge um unser höchstes Gut, bestens akademisch gebildete Absolventen zu sichern, bekräftigt die Humboldt-Gesellschaft in Übereinstimmung mit anderen gesellschaftlichen Institutionen und Persönlichkeiten noch einmal folgende Forderungen:

  1. Realisierung einer kooperativen Autonomie der Universitäten – nach außen wie auch nach innen. Als Ziel gilt ein exzellentes „Bildungswissen“ in allen universitären Fachbereichen.
  2. Revision der Zulassungsbedingungen für Studienanfänger/-innen, die eine sinnvolle, deren Intentionen und die Eignung berücksichtigende Zulassung in Verantwortung und Freiheit der Betroffenen ermöglichen. Dies sollte in Verbindung von fachnotengewichteten Abiturzeugnissen und erforderlichenfalls fachbezogener Assessments stattfinden, die eine rechtzeitige Studienorientierung und Facheignungsfeststellung ermöglichen. Die erfolgreiche Durchführung eines praktischen Jahres sollte Studienbewerberinnen und -bewerbern mit einem Zulassungs-Bonus honoriert werden!
  3. Wiederherstellung eines sinnvollen und eine erfolgreiche Ausbildung gewährleistenden Betreuungsverhältnisses (Anzahl von Lehrenden zu Studierenden).
  4. Kontinuierliche Instandsetzung, Modernisierung und Ausbau der räumlichen, apparativen und technischen Ausstattung der Universitäten. Keine weitere Gründung von Universitäten oder Fachhochschulen (mit jeweils neuem Verwaltungsapparat etc.), sondern Ausbau der vorhandenen Kapazitäten.
  5. Sicherstellung geeigneter und nachhaltiger finanzieller Voraussetzungen für eine exzellente Forschung und Lehre unter Berücksichtigung der Besonderheiten der einzelnen Fächer.
  6. Personelle Wiederherstellung des zur nachhaltigen Gewährleistung der Kontinuität von Forschung und Lehre erforderlichen längerfristig beschäftigten Mittelbaus als tragende akademische Säule.
  7. Klar formulierte Studieninhalte in jedem Studiengang. Der jeweilige Fachvertreter sollte bei einem Universitätswechsel der Studierenden selbständig entscheiden, welche Studienleistungen anerkannt werden. Zusätzliche Leistungen können individuell abgesprochen werden. Auf internationaler Ebene ist die gegenseitige Anerkennung gleichwertiger Prüfungsordnungen und akademischer Grade zu garantieren.
  8. Verstärkte Förderung der Mobilität der Studierenden und Lehrenden durch Ermutigung und Unterstützungsmaßnahmen der Universitäten bei der Aufnahme von Wechslern, um wirkliche akademische Freiheit zu gewähren, nämlich andere Universitäten, akademische Lehrkräfte und Lehrinhalte nach eigenen Vorstellungen kennen zu lernen.
  9. Rechtzeitige Exmatrikulation von Studierenden mit ungenügenden Leistungsnachweisen gemäß Prüfungsordnungen. Hierdurch reduziert sich einerseits die Anzahl der Studierenden um die wirklich ungeeigneten, die nur Studienplätze blockieren, und es verhindert andererseits das Bummelanten-Studium.
  10. Elite-Förderung (sowohl für die Studierenden als auch den wissenschaftlichen Nachwuchs) in jedem Fachgebiet unter Nutzung aller erdenklichen Möglichkeiten im In- und Ausland, z.B. durch interuniversitäre Kooperationsabkommen im nationalen und internationalen Kontext.
  11. Keine Beeinträchtigung der Lehre und Forschung durch die Einwerbung von Drittmitteln, sondern Entlastung und personelle Unterstützung bei der Antragstellung, die mit einem zunehmenden bürokratischen Aufwand (besonders bei EU-geförderten Projekten) verbunden ist.
  12. Aufwertung der auf die „Ausbildung“ orientierten bzw. dafür zuständigen Fachhochschulen und Berufsakademien durch die Einführung eines graduierten Vor- und Endabschlusses. Ihre finanzielle und personelle Ausstattung hat ebenfalls höchsten Ansprüchen zu genügen. Den Absolventen ist die Möglichkeit zur Promotion an einer sachverwandten, universitären Fakultät zu geben.
  13. Wiedereinführung international konkurrenzfähiger Besoldungsstrukturen für Professuren an deutschen Universitäten. Eine weitere Abwanderung von Spezialisten oder Spitzenkräften muss beendet werden!
  14. Veränderung der derzeit geltenden Regelungen zur Versetzung von Professoren in den Ruhestand in Richtung auf einen modifizierten, international üblichen Emeritenstatus.

In „Bildungswissen“ und „Ausbildung“ liegen die wichtigsten nachhaltigen Ressourcen unseres Staates. Deshalb müssen die gegenseitige Abstimmung innerhalb eines kooperativen Föderalismus verstärkt und die Zusammenarbeit mit dem Bund effektiver gestaltet werden!

Literatur:

  1. Brandt, H. (2010). In dieser Flasche war kein Geist. Gegen die Legende, unwillige Professoren hätten die Bologna-Reform scheitern lassen. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.01.2010, S. 5
  2. Brenner, P.J. (2008). Die Wüste wächst. Über die Selbstzerstörung der deutschen Universität im Bologna-Prozess. Forschung und Lehre, 1, 11 – 17
  3. Edel, K.-O. (2009). Bologna als internationale Systemdivergenz. Forum [Band 78], 35 – 45
  4. Friedmann, J. et al. (2008). Die Studenten-Fabrik. Der Spiegel, 18, 56 – 69
  5. Hering, Th. (2003). Mogelpackung und Irrweg – Über Bachelor- und Masterstudiengänge. Forschung und Lehre, 10, 426 – 428
  6. Hering, Th. (2005). Die Universitäten als Unternehmen – Akademische Zerrbilder und ideologische Illusionen einer Anti-Elite. In: F. Keuper & Ch. Schaefer (Hrsg.). Führung und Steuerung öffentlicher Unternehmen (S. 83 - 107). Logos Verlag, Berlin, ISBN 3-8325-0839-2
  7. Kaube, J. (2009). Jetzt räumen sie Fehler ein. Die Bologna-Reformer sind um Ausreden nicht verlegen. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.11.2009, S. 5
  8. Lege, J. (2009). Akkreditierung als rechtlicher Systemfehler. Forum [Band 78], 59 – 68
  9. Liesmann, K.P. (2009). Bologna als unnötige Bildungsreform. Forum [Band 78], 157 – 167
  10. Meyer, H.J. (2009). Nur Mut zu einer Reform der Reformen. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.07.2009, S. 7
  11. Newman, J.H. (1852 & 1859). The Idea of A University. Defined And Illustrated [2 vol.], London
  12. Reiser, M. (2009). Warum ich meinen Lehrstuhl räume. Gegen die Selbstauflösung der deutschen Universität durch Verwandlung in eine Lernfabrik Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.01.2009, S. 5
  13. Schirrmacher, F. (2009). Hört die Verzweiflungsrufe! Focus, 32, 41 – 42
  14. Schmoll, H. (2009). Kein europäischer Hochschulraum. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.06.2009, S. 3
  15. Schmoll, H. (2009). Reform oder Deform – über die Veränderungen der deutschen Hochschulen. Südwestrundfunk, 2, vom 15.06.2008
  16. Schmoll, H. (2010). Wie die Bologna-Studiengänge zu verbessern wären. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.02.2010, S. 4
  17. Scholz, Ch., Stein, V. (Hrsg.). (2009). Bologna-Schwarzbuch. Forum [Band 78], 202 Seiten, ISBN 978-3-924066-89-5
  18. Spitta, D. (2006). Menschenbildung und Staat. Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts angesichts der Kritik des Humanismus. Verlag J.M. Mayer, Stuttgart, 224 Seiten, ISBN 3-932386-92-2
  19. Winter, St. (2005). Man könnte auch irren! Die Elimination von Kontrollgruppen als Gestaltungsprinzip der Hochschulpolitik. Forschung und Lehre, 12, 642 – 643

Mannheim, den 24. März 2010

Namens der Humboldt-Gesellschaft:

Prof. Dr. Dr. h.c. Erwin Kuntz, Wetzlar, Präsident
Prof. Dr. Dr. Dagmar Hülsenberg, Ilmenau, Koordinatorin des Akademischen Rates
Dr. Erich Bammel, Essen, Mitglied des Akademischen Rates
Prof. Dr. Kurt A. Heller, München, Mitglied des Akademischen Rates
Prof. Dr. Peter Nenniger, Landau, Mitglied des Akademischen Rates

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