Geschichte der Humboldt-Gesellschaft

Die Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e. V. wurde am 12.05.1962 in Mannheim von 24 Personen im Gedenken an Wilhelm und Alexander von Humboldt und ihr freies Geisteslebens gegründet, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, neun Monate nach dem Bau der Berliner Mauer. Die "Niederschrift der Gründungsversammlung vom 12. Mai 1962 in Mannheim M1,8" ist in der Festschrift (S. 4) wieder abgedruckt.

Dieses Programm sollte die Namenswahl verdeutlichen: Als „Vorkämpfer eines freien Geisteslebens“, wie es bis heute in der Satzung (§ 1) heißt, bestimmen die Brüder Humboldt das Selbstverständnis der Humboldt-Gesellschaft.

Die Initiative ging von dem Juristen Dr. Herbert Kessler (1918-2002) aus, der damit auf die zunehmenden politischen und kulturellen Spannungen in der Bundesrepublik reagieren wollte. Die Humboldt-Gesellschaft sollte ein Forum der geistigen Mitte sein, das die Möglichkeit zum Austausch auch kontroverser Standpunkte im Sinne einer pluralistischen Gesellschaft bieten sollte. Besonderes Augenmerk galt auch der Zusammenführung der zusehends auseinanderstrebenden Geistes- und Naturwissenschaften.

Wilhelm von Humboldt widmete sich in seinen Schriften vorwiegend den Geisteswissenschaften, während der jüngere Alexander von Humboldt die Naturwissenschaften repräsentierte. Beiden Brüdern gleichermaßen verpflichtet, will die Humboldt-Gesellschaft Brücken schlagen zwischen Wissenschaften, Künsten und Bildung. Die Vereins-Satzung wurde am 07.09.1962 vom Amtsgericht Mannheim genehmigt (VR 229). 

Im Jahr 2022 konnte die Humboldt-Gesellschaft auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblicken. Ein Team aus Mitgliedern hat die Geschichte der Humboldt-Gesellschaft hierfür kritisch untersucht und ihre Erkenntnisse in einem ausführlichen Analyse-Bericht zusammengetragen: Aspekte zur Geschichte der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e.V. Stellungnahme zu gegen sie erhobenen Vorwürfen. Hier ist die der Mitgliederversammlung 2022 vorgetragene Zusammenfassung des Berichts:

Bericht zur Geschichte der Humboldt-Gesellschaft, der Jahresmitgliederversammlung 2022 vorgetragen.

Die ausführliche Analyse Aspekte zur Geschichte der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e.V. Stellungnahme zu gegen sie erhobenen Vorwürfen sowie einen aussagekräftigen Abstract derselben lesen Sie hier:

Abstract zu Aspekte zur Geschichte der Humboldt-Gesellschaft

Analyse Aspekte zur Geschichte der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e.V.

Es versteht sich von selbst, dass die Humboldt-Gesellschaft im 21. Jahrhundert diese Tendenzen, die dem Geist der Brüder Humboldt und damit auch der Gründungsidee der Gesellschaft widersprechen, hinter sich gelassen hat. Im Sinne von Wilhelm und Alexander von Humboldt tritt sie allen Versuchen entgegen, den Namen Humboldt für totalitäre, reaktionäre oder elitäre Ideologien zu missbrauchen.

Denn jede demokratieverpflichtete Vereinigung ist zu sorgfältiger Prüfung, Wachsamkeit und Abwehr gegenüber extremistischem Gedankengut aufgerufen. Für die Humboldt-Gesellschaft gilt dies schon deshalb, weil die Humboldt-Brüder in außergewöhnlich engagierter Weise für liberale und demokratische Prinzipien gekämpft haben.

Eine Mitgliedschaft ist selbstverständlich willkommen und steht jeder Person offen, die sich den Zielen der Gesellschaft verbunden fühlt. 

Die bisherigen Präsidenten der Humboldt-Gesellschaft seit ihrer Gründung waren folgende Persönlichkeiten: 
 

1962 – 1964 Prof. Dr. Carl Haensel
1964 – 1972 Prof. Dr. Dr. h. c. Paul Luchtenberg
1974 – 1988 Prof. Dr. Erwin Stein
1988 – 2002 Prof. Dr. Herbert Kessler
2002 – 2006 Dr. Wulf Thommel (Vorstandsvorsitz)
2007 – 2009 Prof. Dr. Gudrun Höhl
2010 – 2012 Prof. Dr. Dr.h.c. Erwin Kuntz
2013 – 2018 Prof. Dr. Peter Nenniger
2019 – 2021 Prof. Dr. Erhard Meyer-Galow
2022 – Dr. Wolfgang Siegfried